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DIE SCHLACHT BEI WATERLOO

Dies war der größte Coup der Familie ROTHSCHILD, die zu dieser Zeit bereits ein perfektes Spionage- und Kuriersystem über ganz Europa ausgebaut hatte.

Am 20. Juni 1815 überreichte einer ihrer Agenten, der direkt vom Schlachtfeld kam, NATHAN ROTHSCHILD die Information über die Niederlage der Franzosen. Nachdem Nathan auf schnellstem Wege zur Londoner Börse zurückgeeilt war, täuschte er durch den gesamten Verkauf seiner »English Consul«-Aktien vor, daß England den Krieg verloren hätte. Das Gerücht breitete sich so stark aus, daß daraufhin die meisten Aktionäre aus Panik, alles zu verlieren, ebenfalls ihre »English Consul«-Aktien verkauften. Als nach wenigen Stunden der Wert einer Aktie auf 5 Cents gefallen war, kaufte Nathan plötzlich alle Aktien für diesen Butterbrotpreis wieder auf. Kurze Zeit später erreichte die offizielle Nachricht über den Kriegsausgang London. In Sekundenschnelle schoß der Kurs der »Consul«-Aktien über den ursprünglichen Wert hinaus und stieg später noch höher.

Napoleon hatte sein Waterloo gehabt und Nathan die Kontrolle über die englische Wirtschaft erworben. Über Nacht hatte sich das vorher schon gigantische Rothschildvermögen mehr als verzwanzigfacht.

Nach ihrer Niederlage hatten die Franzosen sichtliche Schwierigkeiten, wieder auf die Beine zu kommen und schlossen 1817 ein beträchtliches Kreditabkommen mit der französischen Bank OLTVRARD

und den BARING BROTHERS aus London ab, jedoch nicht mit den Rothschilds. Als Frankreich im folgenden Jahr erneut einen Kredit benötigte, ließen sie die Rothschilds wieder stehen. Das gefiel diesen aber ganz und gar nicht und daher versuchten sie alle möglichen Tricks, um die Regierung dazu zu bewegen, ihnen doch

noch das Geschäft zu überlassen, jedoch vergeblich. Am 5. November 1818 geschah dann etwas ganz Unerwartetes. Nachdem der Kurs der französischen Regierungsanleihe ein Jahr lang stetig gestiegen war, begann er plötzlich unaufhörlich zu fallen. Es herrschte eine gespannte Atmosphäre am Hofe Ludwig XVIII. Die einzigen, die zu dieser Zeit nicht betrübt waren, sondern sogar lächelten, waren die Rothschildbrüder KALMANN und JAKOB. Denn sie hatten im Oktober 1818 mit ihren unbegrenzten Reserven und der Hilfe ihrer Agenten riesige Mengen französischer Regierungsanleihen gekauft, die von ihren Rivalen Ouvrard und Baring Brothers emittiert (ausgegeben) worden waren. Dadurch war der Anleihekurs gestiegen. Doch am 5. November 1818 begannen sie, Unmengen der Anleihepapiere auf den offenen Markt in den Haupthandelsplätzen Europas zu werfen und dadurch den Markt in »Panikstimmung« zu versetzten.

Damit änderte sich das Bild schlagartig und die Rothschilds wurden die »Nummer Eins« in Frankreich. Sie bekamen die volle Aufmerksamkeit des französischen Hofes, und nicht nur in Geldangelegenheiten.

In Paris hatte das Haus der Rothschilds nach der Niederlage der Franzosen die Kontrolle Frankreichs übernommen und in London hatte Nathan Rothschild durch die Kontrolle über die »Bank von England« direkten Einfluß auf das britische Parlament.(36)