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WIE INSZENIERT MAN EINEN WELTKRIEG ?

Der Zusammenschluß der deutschen Staaten unter Bismarck störte das »Gleichgewicht der Mächte«, das seit über zwei Jahrhunderten in Europa bestanden hatte. Bis 1871 hatte England die Beherrschung des europäischen Kontinents genossen. Jene Oberherrschaft war zwar wiederholt durch Spanien und Frankreich angegriffen worden, aber England war immer wieder siegreich gewesen. Das Erstarken der Deutschen, durch den Erwerb von Kolonien und den Ausbau seiner Militärstreitkräfte, stellte eine schwerwiegende Bedrohung für die Illuminati, aber auch für England selbst und seine Beherrschung Europas dar, und zwar wirtschaftlich und militärisch.

Um dem entgegenzuwirken, suchten die internationalen Bankiers, die zu dieser Zeit weitgehend von der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands ausgeschlossen waren, nach Wegen, Deutschland einzudämmen und zu kontrollieren. Zwischen 1894 und 1907 wurde daher eine Reihe von Staatsverträgen geschlossen, damit sieh Rußland, Frankreich, England und weitere Nationen im Falle eines Krieges gegen Deutschland vereinigen würden.(57)

Weiterhin war es die Aufgabe des »KOMITEES DER 300«, die Bühne für den ersten Weltkrieg aufzubauen. Aus der »ROUND TABLE« Gruppe entstand die Frontorganisation »RIIA« (Royal Institute for International Affairs = Königliches Amt für Internationale Angelegenheiten)(57 A. Das RIIA, das auch als »Chatham-House« bekannt ist, hatte unter den Gründungsmitgliedern u.a. Albert Lord Grey; die graue Eminenz des MI 6 Lord Toynbee; den Schriftsteller H. G. Wells, Leiter des »Round Table« Lord Alfred Milner und den Erfinder der sogenannten Geopolitik, H.J. Mackinder.

Das RIIA bekam vom »Komitee der 300« den Auftrag, genau zu studieren, wie man diesen Krieg inszenieren könnte. Persönlich wurden damit Lord Northcliff, Lord Rothmere, beide Mitglieder des »Komitees der 300« und Arnold Toynbee vom MI 6 beauftragt. Diese Nachforschungen wurden im »WELLINGTON HOUSE« ausgeführt, wo man brainstorming- Sitzungen abhielt, um Wege und Techniken zu entwickeln, mit denen man die Meinung der Offentlichkeit so verändern könnte, daß sie selbst einen Krieg herbeiführen würde.

Amerikanische »Spezialisten« wie Edward Bernays und Walter Lippman waren ebenfalls dabei. Lord Rothmere nutzte seine Zeitung als Werkzeug, um ihre »social conditioning«-Techniken am Volke auszuprobieren. Nach einer sechsmonatigen Testperiode hatten sie festgestellt, daß 87% der Offentlichkeit Meinungen gebildet hatte, ohne diese rational und kritisch zu überdenken. Das war es, was sie wollten. Daraufhin wurde die englische Arbeiterklasse raffinierten Propaganda-Techniken ausgesetzt, um danach überzeugt davon zu sein, daß sie ihre Söhne zu Tausenden in den Tod schicken müßten.(57 B)

Auf amerikanischer Seite sagte US-Präsident Theodore Roosevelt (26. Präsident) in seinem Wahlprogramm 1912:

»Hinter der sichtbaren Regierung sitzt auf dem Thron eine unsichtbare Regierung, die dem Volke keine Treue schuldet und keine Verantwortlichkeit anerkennt. Diese unsichtbare Regierung zu vernichten, den gottlosen Bund zwischen korruptem Geschäft und korrupter Politik zu lösen, ist die Aufgabe des Staatsmannes.«

(Dieter Rüggeberg: »Geheimpolitik« S. 75)(58)