Ebola

Ebola-Virus

Zusammenfassung

Dieses, durch das Ebola-Virus ausgelöste, hämorrhagische, also Blutungen auslösende Fieber, trat erstmals im Jahre 1976 in Zaire, seit 1997 Demokratische Republik Kongo, in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit. Es wird drch Filoviren, also einsträngige RNA-Viren, ausgelöst. Die Übertragung von Mensch zu Mensch findet nur über die Körperflüssigkeiten Erkrankter statt. In 50%-80% der Fälle endet die Erkrankung tödlich.Sie kommt nur in Afrika, und dort, vor allem in der Demokratischen Republik Kongo, dem Sudan, Gabun, der Elfenbeinküste oder Uganda vor. Medikamente oder Impfungen gegen das Virus gibt es nicht. Die letzte Ebola-Epidemie brach Anfang Oktober 2000 in der Umgebung der Stadt Gulu mit rund 43 000 Einwohnern im Norden von Uganda aus. Diese Epidemie hat 169 Todesopfer, bei insgesamt 423 Erkrankten gefordert. Dabei sind auch die außerhalb von Gulu aufgetretenen Fälle berücksichtigt, z.B. in Masindi mit 27 Erkrankten und 19 Verstorbenen.

Für besonders Interessierte sei erwähnt, dass Uganda rund 20 Mio. Einwohner bei einer Fläche von 241 038 km2 besitzt. Die Hauptstadt ist Kampala mit rund 774 000 Einwohnern. Besonders bekannt dürfte der Viktoriasee mit einer Fläche von 62 940 km2 sein. Der höchste Berg ist der Ruwenzori mit einer Höhe von 5 119 m.

Allgemeines

Im Jahr 1976 trat anlässlich einer Epidemie in Zaire, diese schwere Infektionserkrankung erstmals in das Bewusstsein der Welt-Öffentlichkeit. Es war damals nicht möglich, den schwer erkrankten Menschen in irgendeiner Form zu helfen oder sie gar zu heilen. Auch heutzutage gibt es keinerlei Mittel gegen das Virus und auch eine Impfung existiert nicht.

In der Zeit von 1976 bis zum Jahr 2000 gab es, einschließlich der erwähnten Epidemie, insgesamt sechs große Ebola-Epidemien: 1976 im Sudan und Zaire, 1977/78 in Zaire, 1979 und 1983 im Sudan, 1995 in dem Städtchen Kikwit in Zaire und die bisher letzte im Oktober des Jahres 2000 in Uganda. Bis heute ist die Erstinfektionsquelle des Ebola-Virus unbekannt, sodass für Menschen, die in diesen Regionen in den Dschungel eindringen, ein unkalkulierbares Infektionsrisiko besteht.

Erreger

Hämorrhagisches, also Blutungen auslösendes Fieber wird durch eine bestimmte Gruppe von Viren übertragen. Es gibt vier verschiedene Familien von Viren, die in der Lage sind, hämorrhagische Fieber auszulösen: Filoviren, Arenaviren, Flaviviren und Bunyaviren. Die häufigsten Wirte dieser Viren sind Nagetiere und Insekten (Mücken und Mosquitos). Beim Ebola-Virus ist, wie erwähnt, der natürliche Wirt jedoch noch unbekannt.

Das Ebola-Virus ist ein RNA-Virus aus der Klasse der Filoviren. Sie werden als Filiae, wie der"Faden" bezeichnet, da sie unter dem Elektronenmikroskop wie sehr dünne Fäden aussehen. Es sind von diesem Virus 3 Antigenvarianten bekannt: das Ebolavirus, das Marburgvirus und das Restonvirus, letzteres Virus scheint aber nur Affen erkranken zu lassen.

Geschichtliches, Häufigkeit

Die Namen aller hämorrhagischen Fiebererkrankungen werden, einer internationalen Übereinkunft zufolge, nach der Region des ersten bekannt gewordenen Auftretens benannt. In diesem Fall nach dem Ebola-Fluss im ehemaligen Zaire.

Wie oben bereits erwähnt, sind bis zum Jahr 2000 sechs größere Ausbrüche dieser Erkrankung bekannt geworden: 1976 im Sudan und Zaire, 1977/78 in Zaire, 1979 und 1983 im Sudan, 1995 in dem Städtchen Kikwit in Zaire und die bisher letzte begann im Oktober des Jahres 2000 in Uganda. Diese Epedemie scheint eine der größten überhaupt zu sein: bis zum 19. Dez. des Jahres 2000 erkrankten 421 Menschen, von denen 162 verstarben.

Bei der Epidemie in Zaire im Jahre 1976 erkrankten 318 Menschen, von denen 280, also 88% verstarben. Bei der Epidemie 1995 in Zaire erkrankten ca. 300 Personen, von denen ca. 80%, also 240 verstarben. Vereinzelte Vorkommen werden immer wieder mal bekannt, erregen aber meist kein größeres öffenliches Aufsehen. Bei dem Ausbruch im Jahr 1979 im Sudan waren relativ wenig Menschen betroffen; von 34 Erkrankten verstarben 22.

Die meisten Infektionen traten in den Krankenhäusern auf, in denen die bereits Erkrankten behandelt
wurden. Dies lag hauptsächlich an den schlechten hygienischen Bedingungen in diesen Hospitälern, mit einer ungenügenden Versorgung mit desinfiziertem Material sowie der Mehrfachnutzung von OP-Bestecken und Spritzen. Die Krankheitsausbreitung konnte immer dann gut eingedämmt werden, sobald ausreichende Hygiene- und Quarantänemaßnahmen zur Verfügung standen und zum Einsatz kamen.

Verbreitungsgebiete

Das Ebola-Virus ist bisher nur in Afrika aufgetreten, und dort in der Demokratischen Republik Kongo (bis 1997 Zaire), in Gabun, dem Sudan, der Elfenbeinküste und Uganda. Eine gewisse Ausnahme davon bildet die 1967 in Marburg erstmalig ausgebrochene ebolaähnliche Infektion von Wissenschaftlern, die sich an aus Uganda als Versuchstiere eingeführten grünen Meerkatzen angesteckt hatten. Die Erkrankung brach ebenfalls in Frankfurt/Main und in Belgrad aus. Insgesamt wurden 31 Wissenschaftler infiziert, sieben der Infizierten verstarben. Dabei infizierten sich 25 Menschen direkt durch die Meerkatzen, der Rest an den bereits Erkrankten. Seitdem heißt dieses hämorrhagische Fieber nach seinem ersten Auftretungsort Marburg-Fieber

Beschwerden, Symptome

Die Symptome des hämorrhagischen Fiebers beginnen 4 bis 16 Tage nach der Infektion. Die Betroffenen entwickeln Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und verlieren jeglichen Appetit. Im weiteren Krankheitsverlauf treten Erbrechen, Durchfall, Magenkrämpfe und starke Brustschmerzen auf. Es kommt zu starken Gerinnungsstörungen und die Patienten beginnen überall zu bluten: im Magen-Darm-Trakt, unter die Haut und gegebenenfalls aus den Einstichstellen von Spritzen. Am 5. bis 7. Krankheitstag tritt ein maserartiger Hautausschlag auf, der aber nur auf heller Haut gut sichtbar ist. Neurologische Symptome mit Lähmungen und Psychosen sind häufig. Der Tod tritt meist um den 9. Krankheitstag auf.

Infektionswege

Das Ebola-Virus wird über sehr engen Körperkontakt, und vor allem beim Kontakt mit den Körperflüssigkeiten einer erkrankten Person übertragen. Bei den bisherigen Krankheitswellen wurden besonders die Personen infiziert, die im Krankenhaus mit den Erkrankten arbeiteten, die mit infizierten Spritzen oder OP-Bestecken behandelt wurden oder Angehörige, die die Personen pflegten. Das Ebola-Virus kann, wie das HIV-Virus, auch durch sexuellen Kontakt übertragen werden

Es sei aber ausdrücklich daraufhingewiesen, dass dies nur für die Infektion von erkrankten auf gesunde Menschen gilt, die Infektionswege im Dschungel von den Primärträgern auf den Menschen sind immer noch unbekannt.

Es kommt jedoch in der Regel zu keiner Ansteckung mit dem Virus, wenn die Person zwar infiziert ist, aber noch keine Krankheitssymptome zeigt. Patienten, die eine Infektion durchgemacht haben, stellen keine Gefahr mehr für die Verbreitung des Ebola-Virus dar. Die Viren sind nur noch für eine kurze Zeit nach der durchgemachten Krankheit in den Genitalsekreten nachzuweisen. Zweitinfektionen mit dem Virus sind bisher nicht beobachtet worden.

Diagnose

Es können Antigene, Antikörper oder die spezielle RNA des Virus nachgewiesen werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Virus auf bestimmten Nährböden auszusäen und zu beobachten, ob er sich dort vermehrt. Die Methoden sind sehr kompliziert und teuer und können daher in den Entwicklungsländern nicht oder nur unzureichend ausgeführt werden. Da die Diagnostik in der Regel erst sehr spät einsetzt, kann es zu relativ großen Krankheitausbrüchen kommen.

Behandlung, Therapie

Zur Zeit existiert gegen das Virus selber kein Therapeutikum. Die Symptome bzw. die Krankheitsfolgen aber müssen intensivmedizinisch behandelt werden, so z.B. die Blutge- rinnungsstörungen. Dabei sind strenge hygienische Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Idealerweise sollte die Behandlung auf Isolierstationen erfolgen. Nach Laborinfektionen in England kam es bei Patienten zur Genesung, die das Serum von Rekonvaleszenten, also von Personen, die die Infektion überlebt hatten, erhalten hatten.

Letalität

Aufgrund der sehr unterschiedlichen Zahlen über Erkrankte und Verstorbene lässt sich für die Sterblichkeit nur ein Bereich zwischen 50% und 80% angeben. Der frühere Direktor des CDC (Center of Desease Control) in Atlanta/USA und Ebolaspezialist Frederick A. Murphy spricht sogar von einer Sterblichkeitsrate von bis zu 90%.

Ausblick, Prognose

Da das Hauptproblem der Infektion mit dem Ebola- Virus die ungeklärte Primärinfektionsquelle ist, werden viele Anstrengungen unternommen, diese zu finden. Während der letzten Epidemien wurden Exemplare vieler Vertreter der Tierpopulation der entsprechenden Gegend eingefangen und daraufhin untersucht, ob sie das Virus als Hauptwirt beherbergen. Ohne den direkten Nachweis eines Haupt- bzw. Primärwirtes bleiben Fragen wie: "Kann sich das Ebola- Virus bei vielen verschiedenen Wirten einnisten, oder ist es möglich, dass er ohne speziellen Wirt im Dschungel lebt"? Es gibt aber Hinweise darauf, dass sich Menschen nach dem Genuss von Schimpansenfleisch infiziert haben. Da diese Tiere aber selber auch an der Krankheit versterben, kommen sie als Primärwirt nicht in Frage.

Eine Impfung gegen das Ebola-Virus gibt es noch nicht. Aber in der renommierten Zeitschrift nature vom 30. Nov. 2000 wird von Versuchen von Wissenschaftlern des National Instituts of Health der USA berichtet, denen es gelang, mit einer DNA- Immunisierung, Affen gegen den Erreger zu immunisieren.

Rechtliches

In der Bundesrepublik Deutschland ist der Verdacht auf eine Erkrankung, die Erkrankung selber sowie der Tod durch das Ebola-Virus meldepflichtig.