Gelbfieber

Zusammenfassung

Gelbfieber ist eine vor allem in den tropischen Gebieten Afrikas, Mittel- und Südamerikas verbreitete Viruserkrankung. Die Übertragung der Viren erfolgt durch den Stich der sogenannten Gelbfieber-Mücke. Nach einer Inkubationszeit von 3-8 Tagen kommt es in der ersten Krankheitsphase zu uncharakteristischen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen, die nach einigen Tagen wieder abklingen können. Anschließend folgt - jedoch nur bei einem Teil der Betroffenen - die zweite Phase mit hohem Fieber sowie inneren und äußeren Blutungen, die in 50% der Fälle tödlich endet. Derzeit existiert noch kein Medikament gegen das Virus. Jedoch ist eine Prophylaxe durch eine Schutzimpfung möglich, die an allen Tropeninstituten angeboten wird. Daneben sind allgemeine Maßnahmen wie Insektensprays, Moskitonetze u.ä. zum Schutz vor Mückenstichen in Risikogebieten einzuhalten.

Allgemeines

Das Gelbfieber ist eine akute, fieberhafte Virusinfektionserkrankung. Sie gehört zu den hämorrhagischen Infektionskrankheiten; die Erkrankung geht also mit inneren und äusseren Blutungen einher. Sie war ursprünglich nur in Afrika zu finden bzw. nachzuweisen.

Im Zuge der Kolonisation ist das Gelbfiebervirus mit Handels- und Sklavenschiffen nach Amerika transportiert worden und hat dort zu großen Epidemien geführt, die bekanntesten waren die Gelbfieberausbrüche beim Bau des Panama-Kanals (1881-1914).

Walter Reed wies 1900 das Virus im Blut Infizierter nach und entdeckte die Gelbfiebermücke (Aedes Argypti) als Überträger.

In den Jahren 1985 bis 1996 wurden weltweit 23.540 Fälle von Gelbfieberinfektionen registriert. Von diesen Erkrankten starben 6.420. Dabei muss allerdings von einer grossen Zahl an nicht gemeldeten Fällen ausgegangen werden. Seit dem Jahre 1946 ist in Deutschland Anfang August 1999 der erste Fall einer Gelbfieberinfektion bekannt geworden. Es handelte sich um den Kameramann Olaf Ullmann, der sich im Rahmen einer Dienstreise in der Elfenbeinküste angesteckt hatte. Ullmann verstarb am 6. August 1999 unter großer öffentlicher Anteilnahme in der Charite in Berlin.

Eine große Gelbfieberepidemie wurde Ende Dezember des Jahres 2000 aus dem Nordwesten von Guinea in Afrika gemeldet. Bis zum 29.12. 2000 waren 512 Menschen erkrankt, von denen bis zu diesem Zeitpunkt 190 verstorben waren.

Für besonders Interessierte ein paar Daten zu Guinea:

Das Land hat 7 405 000 Einwohner bei einer Fläche von 245 857 km2 . Die Hauptstadt ist Conakry mit 1 09 000 Einwohnern. Der längste Fluss ist der Niger mit 4 200 km Länge, und der höchste Berg der Nimba mit einer Höhe von 1 752 m.

Erreger

Erreger des Gelbfiebers ist das Gelbfieber-Virus, ein RNA-Virus aus der Familie der Flavi-Viren (zu dieser Familie gehören auch das Dengue-Virus und das Hepatitis C Virus).

Das Virus kann eine Vielzahl von Spezies befallen, wie z.B. Vögel, Affen, Fledermäuse, Schlangen und schließlich auch den Menschen.

Noch immer kommt das Gelbfiebervirus hauptsächlich in Afrika, Süd- und Mittelamerika vor.

Eine aktuelle Übersicht über jeweils besonders gefährdete Regionen wird von der WHO herausgegeben und kann z.B. in allen Tropeninstituten abgefragt werden. Daran orientiert sollte bei Fernreisen möglicherweise eine Impfung vorgenommen werden.

Infektionsweg und Inkubationszeit

Die Infektion des Menschen erfolgt ausschließlich durch den Biss der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti).

Hinsichtlich der Übertragungskette unterscheidet man

das urbane Gelbfieber (Mensch - Mücke - Mensch) das Busch/- Dschungelgelbfieber (Affe - Mücke - Affe)

Beim Mückenstich gelangen die Viren in den Blutkreislauf und befallen dort die Makrophagen (Freßzellen) der Lymphknoten, der Milz, der Leber und des Knochenmarkes, in denen sie sich vermehren. Nach einiger Zeit werden die Virusnachkommen aus den befallenen Zellen freigesetzt, und zirkulieren für eine Dauer von ca. 2-4 Tagen im Blutkreislauf. In dieser Zeit können sie auch im Blut direkt nachgewiesen werden.

Nach einer Inkubationszeit von 3-8 Tagen schließlich siedeln sich die Viren in ihren Zielorganen an, dazu gehören die Gelenke, die Muskeln, die Haut, das Gehirn und die Leber. Dort beginnt ein erneuter Vermehrungsprozeß der Viren, die dort die entsprechenden Beschwerden verursachen.

Beschwerden

Die Krankheit kann unterschiedlich schwer verlaufen, und zwar von leichten Fällen, die kaum diagnostiziert werden, bis zu einer Letalität bis zu 50% bei schweren Verläufen.

Der Krankheitsverlauf gliedert sich in zwei Phasen:

1-2 Tage nach der Infektion treten uncharakteristische Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf und Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf, die nach einigen Tagen wieder abklingen können.

Dann kann bei einem Teil der Patienten ein Rückfall erfolgen. Es kommt zu einem erneuten Fieberanstieg, zur Leberschwellung, Gelbsucht (Ikterus) sowie zum Bluterbrechen (Hämatemsis). Dabei können im Urin vermehrt Eiweiße nachgewiesen (Albuminurie) werden. Ausserdem kann es zu Verwirrtheit und Bewusstseinstrübungen kommen.

Bei ungünstigem Verlauf verstirbt der Patient meist innerhalb der zweiten Woche, im günstigen Fall kann die Erkrankung vollkommen ausheilen.

Letalität

Die Sterblichkeit (Letalität) liegt bei schweren Verläufen bei bis zu 50%. Dabei muss man jedoch davon ausgehen, dass viele leichte Krankheitsverläufe oft nicht diagnostiziert werden. Weltweit werden jährlich 1000-3000 Fälle von Gelbfieber registriert.

Diagnose und Therapie

Die Diagnose wird hauptsächlich aufgrund des Beschwerdebildes, vor allem in der zweiten Phase der Erkrankung und, falls erforderlich, durch Antikörper- oder Virusnachweis gestellt.

Die Therapie des Gelbfiebers erfolgt ausschließlich symptomatisch. Ein Medikament gegen das Virus gibt es (noch) nicht.

Vorsorge, Prophylaxe

Als Impfstoff wird ein abgeschwächter Stamm des Gelbfiebervirus verwendet (Lebendimpfung).

Nur staatlich zugelassene Impfstellen dürfen den Impfstoff verabreichen, so z.B. die Tropeninstitute. Es wird einmalig 0,5 ml Impfstoff subkutan oder intramuskulär injiziert. Die Immunität beginnt 10 Tage nach der Impfung und hält ca. 10 Jahre an. Es besteht aufgrund des Infektionsschutzgesetzes eine gesetzliche Meldepflicht bei dem Verdacht einer Erkrankung, der Erkrankung und dem Tod.

Auch nach einer erfolgten Impfung ist zusätzlich immer auch ein Schutz vor Mückenbissen anzuraten, so durch das Verwenden geeigneter Kleidung und von Moskitonetzen, außerdem empfiehlt es sich, Mückenschutzmittel auf der Haut zu verwenden. Einem Testbericht der Stiftung Warentest vom Juli 2000 zufolge schützen Autan Active und Autan Family dabei am Besten vor Mückenstichen. Der Wirkstoff beider Produkte heißt Bayrepel und ist ein synthetischer Wirkstoff. Seine chemische Bezeichnung lautet: 1-Piperidincaboxylsäure, 2-(2-Hydroxyethhyl)-, 1-Methylpropylester, es ist ein Piperidinderivat mit der Summenformel C12H23NO3. Autan Family
besitzt eine Wirkstoffkonzentration von 10% und Autan Active von 20%. Autan Family schützt bis zu vier Stunden vor Mücken, und ist für Kinder ab zwei Jahren geeignet. Autan Active bietet wirksamen Schutz bis zu 8 Stunden vor Mücken, und bis zu 4 Stunden vor Zecken.