Kfz Steuer

Erhöhung zum 1. Januar 2001

Die hohen Benzinpreise zeigen erste Folgen: Neuzulassungen von Pkw gingen im September 2000 um 12,5 Prozent zurück. Den Kauf eines Neuwagens aufzuschieben könnte für die Eigentümer von älteren Pkw zu einem teuren Bumerang werden. Viele Gebrauchtwagen sehen zwar noch gut aus, aber auch die Technik spielt eine Rolle. Ab Januar 2001 steigt die Kfz-Steuer für ältere Pkw kräftig.
Die Besteuerung orientiert sich an den Abgaswerten. Derzeit gibt es sieben Schadstoffklassen. Die günstigste ist Euro 4 bzw. D4.
Schlüsselnummer
Ob die Steuer künftig höher ausfällt, verrät der Kfz-Schein oder -Brief. Die letzten beiden Ziffern der Schlüsselnummer sind entscheidend.Ob die Nummer für eine teure oder günstige Abgasnorm steht, erfahren Sie beispielsweise aus der Broschüre "Kfz-Steuer für Pkw" des Bundesministeriums der Finanzen oder aus Listen der Automobilklubs. Manchmal steht die Abgasnorm auch direkt dabei. Aber Vorsicht: Schadstoffarm E2 steht nicht etwa für Euro 2.
Tipp: Einige E2-Fahrzeuge haben bessere Abgaswerte als im Kfz-Schein angegeben. Das muss man sich aber vom Hersteller bestätigen lassen. Für 21.- DM ändert die Kfz-Zulassungsstelle dann die Schlüsselnummer: Aus der ungünstigen Schadstoffklasse wird so Euro 2 und das spart Steuern. Denn Autos mit Schadstoffklasse 2, 3 und 4 haben nichts zu befürchten. Für alle anderen sieht es schlecht aus, egal ob Benziner oder Diesel.

Beispiel: Ein Benziner-Golf mit 1,6 l Hubraum.
Der Golf I mit der ungünstigsten Schadstoffklasse kostet statt bisher 666.- DM ab Januar 794.- DM
Der Golf II mit Abgaswert Euro 1 steigt von 211.- DM auf 340.- DM.
Im Vergleich: Ein Golf III mit Euro 2 kostet 192.- DM und ein Golf IV mit der günstigsten Schadstoffklasse zahlt 160.- DM.

Für sie bleibt alles beim Alten. Generell gilt: Je älter das Auto und je größer der Hubraum - desto teurer wird es. Dieselfahrzeuge Besonders hart trifft es die Dieselfahrer. Sie zahlen bereits deutlich mehr Steuern als für einen vergleichbaren Benziner. Jetzt wird's noch happiger.

Beispiel: Ein Volvo Diesel mit 2,4 l Hubraum. Bei der ungünstigsten Schadstoffklasse werden bereits jetzt 1.572.- DM fällig - ab Januar sind es
1.764.- DM. Ein vergleichbarer Benziner steigt von 998.- DM auf 1.190.- DM.

Vorsicht beim Neuwagenkauf Auch mit einem Neuwagen ist man nicht automatisch auf der sicheren Seite. Denn "neu" heißt nicht unbedingt auch umwelttechnisch auf dem neusten Stand. Einige ausländische Hersteller haben immer noch Modelle mit schlechten Abgaswerten im Angebot. Deshalb vor dem Kauf darauf achten, dass das Auto mindestens Euro 3 hat, besser noch Euro 4. Dann gibt es die günstigste Steuerklasse und einen Steuerbonus. Das heißt, dass über mehrere Jahre gar keine Steuer fällig wird. Beim Benziner erlässt der Staat insgesamt 600.- DM, beim Diesel 1.200.- DM.
Steuerbefreiung für Drei-Literautos Steuerlich noch besser fährt man mit einem umweltfreundlichen Drei-Literauto. Hier gibt es 1.000.- DM Steuervergünstigung extra. Liegt der Verbrauch unter fünf Litern, verzichtet der Staat auf 500.- DM.

Beispiel: Der Lupo Diesel. Durch die Schadstoffklasse Euro 4 spart man 1.200.- DM, und 1.000.- DM, weil es ein Drei-Literauto ist:
Steuerersparnis zusammen 2.200.- DM.

Das bedeutet konkret fünf Jahre steuerfrei Auto Fahren. Allerdings sind alle Steuerbefreiungen bis längstens zum 31. Dezember 2005 befristet. Ohne Katalysator Wer ein Auto ohne Katalysator fährt, den trifft die Steuererhöhung am härtesten. Für manchen Pkw dürfte das dann das endgültige Aus bedeuten. Es sei denn, sein Besitzer rüstet nach und verbessert damit die Abgaswerte.
Ausnahme: Oldtimer
Ausgenommen von den drastischen Erhöhungen der Kfz-Steuer sind Oldtimer. Alle Oldtimer-Fahrzeuge, die entsprechend begutachtet, mindestens 30 Jahre alt und mit einem speziellen Kennzeichen versehen sind, unterliegen einer pauschalen Kraftfahrzeugsteuer von 90.- DM für Krafträder bzw. 375.- DM für die übrigen Fahrzeuge. (Sendedatum: 23. Oktober 2000)